Kleine Geschichten
3 Mal das erste Mal - Dom, Freunde treffen, Svens Eltern
Zum Beispiel wie Jenni und Sven das erste mal den Hamburger Dom besucht haben. Was das war, das wusste Jenni - aber sie war selbst nie wirklich dort. Dafür war es dort zu voll und zu laut. Aber Sven zu Liebe - und weil er ihr eine Käsekrakauer versprach - kam sie mit. Vor Ort trafen sie sich mit Freunden, die gerade neue Jacken gekauft haben. Beim ersten Biss in die Wurst entlud sich eine unüblich große Menge Käse direkt auf die Jacken. So hatten sie sich "Freunde treffen" nicht vorgestellt. Der Tag konnte ja nur noch besser werden - dass am Abend aber dass Differentialgetrieb von Svens Mercedes sich in Luft auflöste, und Jenni nun auch erstmals Svens Eltern kennenlernen sollte, gab dem Tag den Rest - auch wenn das Ende des Tages noch auf sich warten ließ, weil der ADAC natürlich komplett ausgebucht war.
Malle ist mindeststens 2 mal im Jahr
Scheiss drauf, Malle ist nur einmal im Jahr... Außer für Sven und Jenni - da darf es auch zweimal sein. Aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Sven wollte Jenni unbedingt seine "Herzensinsel" und, wenn er Millionär wäre, Zweitwohnsitz zeigen. Wie immer buchte Sven im Voraus Hotel, Flug und - für das, was er vorhatte und Jenni "Stempelurlaub" nannte - einen Mietwagen.
Circa eine Woche vor der Abreise eine Email des Reiseanbieters: "Das Hotel ist nicht fertig". So war es auch: Es war noch eine Baustelle, und hatte Stellenweise nicht mal ein Dach. Man würde "auf ein passendes Hotel umgebucht" - Problematisch, wenn man die Lage an einer kleinen Badebucht versprochen hatte, und im Umfeld nur 5-Sterne Hotels waren, man selbst nur 3 Sterne gebucht hatte. Aber: Es kam wie keiner dachte: Sven und Jenni wurden in das 5-Sterne Hotel in erster Reihe umgebucht. Mit Dachpool.
Dass die beiden nicht lange im Hotel sein würden, wusste Jenni auch nicht. Auf dieser Insel musste Sven - wie ein Border Collie auf der Wiese - aktiv sein. Also lud er sie ein, und zeigte ihr "sein" Mallorca. Jenni, noch voller Angst, dass niemand sie verstehen würde - trotz ihrer Deutsch- und Englischkenntnisse - war froh über Svens Spanischkenntnisse (Danke, Frau Semm) und erstaunt, wie viel ein bisschen Landessprache in der Höflichkeit ausmachte. Ziele waren Orte, die auch Jennis Künstlerherz höher schlagen ließen. Sei es die MA-10 Straße von Deia nach Pollensa, die Tour zur Burg von Capdepera, die Kartause von Valdemossa (natürlich mit dem obligatorischen Chopin Konzert), Kloster von Lluc, oder die Ausflüge über alle anderen Orte. Und - auch hier - die Liebe auf den ersten Blick zu diesem kleinen Fischerdorf Cala Ratjada. Nur folgerichtig, dass es hier, am Leuchtturm, dann in 2025 auch zum Heiratsantrag kam.
Liebe geht durch den Magen - vielleicht hält die Liebe deshalb so lange an?
Liebe geht durch den Magen - vielleicht hält die Liebe deshalb
so lange an?
Jenni und Sven lieben es, gut zu essen. Und sowohl im Alltag
als auch im Urlaub nimmt dies einen wichtigen Stellenwert ein.
Kein Wunder also, dass die beiden fast wöchentlich in einem
ihrer Stammlokale zu finden sind. Auf Platz 1 steht dabei
unbestritten die koreanische Küche: Während Sven Gerichte der
Kategorie "Lava" bevorzugt (Rot, scharf, und heiss) ist Jenni
hier bei den süßeren Dingen (süßer Yuzu-Tee und Eis-Schnee) zu
finden. Aber auch Tapas erfreuen sich großer Beliebtheit - am
liebsten natürlich unter der Sonne Mallorcas, aber zur Not auch
in Hamburg. Und natürlich zu Hause - denn Aioli, Brot und
Serrano Schinken gehen bekanntlich immer. Und wenn ihnen der
Sinn danach steht ist durchaus auch mal ein Döner drin - mit
Knoblauch für beide, natürlich. Liebe geht durch den Magen -
und Jenni und Sven sind der Beweis. Und so kann Sven es kaum
erwarten, wenn Jenni mal wieder ihren berühmten
Hackbällchen-Nudel-Auflauf macht. Jenni hingegen könnte Svens
herbstlichen Knödelauflauf mit Champignons immer Essen - das
führt im Sommer zu mancher Diskussion.
Ackermann und der Brandstifter
Es war ein ruhiger Tag im dänischen Skyum. Sven hatte sich in das Ferienhaus seines Arbeitskollegen eingemietet. Ein Haus in einer kleinen, ruhigen Ortschaft. Von der zentralen - und einzigen - Kreuzung aus konnte man jeden der drei Ortseingänge sehen. In diesem Idyll verbrachten die beiden eine Woche. Es war Dienstag. Sven hatte die vergangenen drei Tage gekocht, nun wäre es Jenni gewesen zu kochen. Wie immer bereitete sie den Topf zum Anbraten vor - also Öl in den Topf, und diesen dann auf dem Herd warm werden lassen. Nicht wie immer war, dass der Induktionsherd über 4 kW in den Topf pumpen konnte. "Das raucht ganz schön" waren Svens letzte Worte, bevor das Öl sich entzündete. Sven - der Erfahrung mit Bränden hat, beruflich wie privat - versuchte das Feuer mit einem feuchten Handtuch zu ersticken, dieses würde aber Feuer fangen. Also griff er den Topf, und liess sich von Jenni alle Türen öffnen. Schließlich stellte er den Topf auf die Treppe vor den Windfang. "Tja" ging es Sven und Jenni gleichermaßen durch den Kopf, während das Ölfeuer in der Dunkelheit langsam schwächer wurde und die beiden ohne jeglichen Plan das Feuer betrachteten. Reinigen ließ sich der Topf nicht, aber immerhin konnte man ihn neu kaufen. Letztlich bleibt es dabei: Die beiden sind Feuer und Flamme füreinander.
eine kleine Geschichte aus dem BKR
Es ist ganz normaler Freitag, Spätschicht im Kontrollraum am DESY: User-Run bei FLASH, also besteht die Aufgabe darin, den aktuellen Zustand zu halten - oder wie wir Experten sagen: Finger weg! Der Schichtleiter, pflichtbewusst und pünktlich, reicht den Bestellzettel herum um Essen zu bestellen. Der PETRA-Bediener nähert sich der FLASH Konsole, und hält kurz inne. Im Flüsterton verkündet er Sven, dass es unpassend sei, ein Foto einer Kollegin als Bildschirmhintergrund zu haben. Er hat recht, das wäre es. Aber er irrt sich.
Was war geschehen? Als festes, unverrückbares Ritual gilt, dass Kim in einer Spätschicht Chili con carne kocht - Jennis Leibgericht. Da Kim, Sven, und Jenni auch privat befreundet sind, nutzen sie die Chance gemeinsam zu essen. Und wenn Jenni schonmal da ist, dann bleibt sie auch ein bisschen - zuhause ist es langweilig, da kennt einen ja jeder. Und so kam es, dass Jenni zur inoffiziellen Mitarbeiterin wurde. Ohne ihr Wissen, oder das Wissen der Personalabteilung.

















